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EU will sich aus Tierschutz zurückziehen - VIER PFOTEN kritisiert neue Tierschutzstrategie

Hamburg / Brüssel, 25. Januar 2012 – Die neue Tierschutzstrategie der Europäischen Union für 2012 bis 2015 stößt bei Tierschützern auf Wiederstand. Wie die international tätige Tierschutzorganisation VIER PFOTEN kritisiert, mangele es der neuen Strategie an einem konkreten Plan für die einzelnen Tierschutzthemen. Während die Strategie für 2007 bis 2012 noch konkrete EU-Gesetzesvorhaben mit sich brachte, sind diese in Zukunft nicht vorgesehen. Problematiken im Bereich Tiertransporte, Wildtiere, Tierversuche und Klonen werden in der Strategie gar nicht erst erwähnt. EU-Kommissar John Dalli signalisiert mit der neuen Strategie einen Rückzug der EU aus dem europäischen Tierschutz. Verantwortlich sind ab 2014 verstärkt die Mitgliedstaaten. Dies wird laut VIER PFOTEN vor allem in den südlichen und östlichen EU-Staaten zu Lasten der Tiere gehen.

 vierpfoten

„Die EU ist nicht länger der Motor des europäischen Tierschutzes“, so das Resümee von Dr. Marlene Wartenberg, Leiterin des VIER PFOTEN-Europabüros in Brüssel. „VIER PFOTEN wird sich verstärkt in den Entscheidungsprozess des Europäischen Parlaments einbringen und Kampagnen auf nationaler Gesetzgebungsebene durchführen müssen.“ Doch die Tierschutzorganisation sieht einen Lichtblick: Das neue EU-Tierschutzrahmengesetz, dessen Planung mit der Einführung der Strategie angekündigt wurde und 2014 vorgelegt werden soll, könnte die Defizite teilweise auffangen. Einen positiven Aspekt der neuen Strategie sieht VIER PFOTEN in der besseren Schulung von Personen, die mit Tieren umgehen. Hierfür soll ein EU-weites Informationsnetzwerk eingesetzt werden. Außerdem sieht die Strategie vor, bestehende EU-Bestimmungen im Vollzug effizienter durchzusetzen und damit bessere Qualität in der Umsetzung des bestehenden Tierschutzes herzustellen.

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