Dirk Seifert
, Energiereferent von Robin Wood, bemängelte: "Atom
ausstieg in NRW bedeutet für
die Landesregierung derzeit, auf Berlin zu zeigen u
nd selbst die eigenen Aufgaben nicht zu
erledigen. Seit eineinhalb Jahren prüft die Atomauf
sicht in NRW die Sicherheit in Gronau und noch
immer liegen keine Ergebnisse vor. Dabei liegen die
Sicherheitsmängel auf der Hand: Die
Uranfabrik in Gronau ist ein wachsendes Atommülllag
er mit tausenden Tonnen Uran. Bis zu
60.000 Tonnen gefährliches Uran sollen künftig vor
Ort gelagert werden dürfen – zusätzlich zu
dem vorhandenen Uranhexafluorid-Freilager. Es gibt
keinen Schutz vor Flugzeugabstürzen. Und
völlig ungeklärt ist, was dauerhaft mit dem Atommül
l geschehen soll. In Großbritannien plant
URENCO den Uranmüll für 100 Jahre bis zum Jahr 2120
zu lagern. Es ist höchste Zeit, dass NRW die
gravierenden Sicherheits- und Atommüllprobleme in G
ronau endlich angeht."
Udo Buchholz,
Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Bürgerinitia
tiven Umweltschutz (BBU),
kritisierte: „Die Zentrifugentechnik zur Urananreic
herung ist militärisch höchst sensibel. Wer die
Zentrifugentechnik besitzt, kann damit auch atomwaf
fenfähiges Uran-Material anreichern.
Pakistan kam durch die Zentrifugentechnik zu Atomwa
ffen, und auch im Iran ist die
Zentrifugentechnik im Einsatz. Doch weder die Lande
sregierung noch die
Bundesregierung nehmen die Gefährlichkeit der Urana
nreicherung ernst.”
Buchholz betonte zudem, dass die Anzahl der Urantra
nsporte von und zur
Urananreicherungsanlage erschreckend hoch seien: “4
2 Uranzüge und fast 700 Uran-LKWs für
einen Zeitraum von zwei Jahren bedeuten ein enormes
Gefahrenpotenzial für NRW.”
Aus Protest gegen den Betrieb der Urananreicherungs
anlage und zum Gedenken an die Opfer der
Fukushima-Katastrophe rufen über 100 Initiativen un
d Verbände für Samstag (9. März) zur
Teilnahme an einer Demonstration vor der Urananreic
herungsanlage auf. Beginn ist um 13.00 Uhr
am Haupttor, Röntgenstr. 4 (
www.fukushima-jahrestag.de
).
Im Umfeld von NRW finden zudem weitere Demonstratio
nen rund um das AKW Grohnde
(Niedersachsen) statt (9.3.), zu der auch in NRW (O
stwestfalen) mobilisiert wird (
www.grohnde-
kampagne.de
). Am 10. März wird am belgischen AKW Tihange (
www.stop-tihange.org
) demonstriert.
Zu dieser Demonstration mobilisieren auch Anti-Atom
kraft-Initiativen aus dem Rheinland. Die
Atomkraftwerke in Grohnde und Tihange bedrohen auch
die Bevölkerung in NRW.
Im westlichen NRW ist nach wie vor das (Atom)Forsch
ungszentrum Jülich samt den atomaren
Altlasten ein brennend aktuelles Thema. Drohende Ca
stor-Atommüll-Transporte von Jülich nach
Ahaus konnten verhindert werden. Das Jülicher Forsc
hungszentrum hat seitdem immer wieder
erklärt, dass dieser Atommüll jetzt in die USA verl
agert werden soll. Die AktivistInnen haben aber
die Zeit genutzt, um Informationen zu sammeln, wie
die USA eigentlich mit ihrem eigenen
Atommüll aus der Hochtemperaturreaktorforschung umg
ehen. Dabei wurden Kontakte zu US-
amerikanischen UmweltschützerInnen geknüpft.
Der Sprecher von STOP Westcastor,
Siegfried Faust,
erklärt dazu, dass die Organisation “Friends of
the Earth” eine Antwort des US-Energieministeriums
DOE zum AVR-Müll an sie weitergeleitet hat,
die bezogen auf bisherige Beteuerungen des Forschun
gszentrums zur US-Option etliche neue
Fragen aufwirft.
NRW ist weiterhin ein sehr aktives Atomland. Oft wi
rd dargestellt, dass NRW nichts mehr mit dem
Thema Atomenergie zu tun hat. Dies ist - trotz eine
r rot-grünen Landesregierung - nicht der Fall.
Erforderlich ist deshalb eine konsequente Atomausst
iegspolitik für NRW.