WideBlick - Potential-Entwicklungs-Magazin für junges Denken: Themen, die diskussionswürdig sind. Musik, die hörenswert ist. Filme, die sehenswert sind. Fakten, die wissenswert sind. (Musik, Aphorismen, Politik, Umwelt, Filme, Kunst, Pädagogik, Termine). Thematisch gibt es fast keine Begrenzungen. (Kein Mainstream!)
Schluss mit der Militärgerichtsbarkeit!
Freiheit für Maikel Nabil Sanad, Alaa Abd El Fattah und alle anderen
Gefangenen!
Protest-E-Mails mit der Forderung nach Freilassung von Maikel Nabil
Sanad können geschickt werden über
www.connection-ev.de/aktion-egypt.php
www.frieden-mitmachen.de
wri-irg.org/campagins/supportmaikelnabil
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12. November 2011:
Internationaler Aktionstag zur
"Verteidigung der Ägyptischen Revolution -
Für das Ende der Militärgerichtsbarkeit"
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Seit dem Sturz des Mubarak-Regimes hat der regierende Militärrat
tausende Menschen vor Militärtribunale gestellt und inhaftiert.
Mittlerweile sollen mehr als 12 000 Zivilpersonen von Militärtribunalen
verurteilt worden sein.
Dagegen hat sich inzwischen die Kampagne "No Military Trials" ("Keine
Militärgerichte") gebildet. Sie bittet vor allem die Bewegungen, die
sich von den Revolutionen in Nordafrika inspirieren ließen um
Solidarität. Zum Beispiel rufen Gruppen aus Ägypten für den
12. November 2011 zu einem internationalen Aktionstag zur "Verteidigung
der Ägyptischen Revolution - Für das Ende der Militärgerichtsbarkeit" auf.
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*** Maikel Nabil Sanad ***
"Die Revolution konnte bis jetzt den Diktator loswerden, aber nicht die
Diktatur."
Der Blogger, Militärkritiker und Kriegsdienstverweigerer Maikel Nabil
Sanad wurde am 10. April 2011 von einem Militärgericht zu drei Jahren
Haft verurteilt, weil er als einer der ersten die Rolle des Militärs
kritisiert hatte.
In seinem Blog hatte er ausführlich über fortwährende
Menschenrechtsverletzungen und politische Einflussnahmen des ägyptischen
Militärs während und nach der Revolution berichtet. Er widersprach als
einer der ersten der weit verbreiteten Annahme, das Militär und das Volk
seien "eine Hand." ("The people and the military were never one hand".)
Er wurde wegen Beleidigung der Armee und Verbreitung falscher
Informationen verurteilt. Seit dem 23. August befindet er sich im
Hungerstreik und protestiert damit gegen seine fortgesetzte Inhaftierung.
Im Oktober wurde Maikel in eine psychiatrische Anstalt verlegt, um für
verrückt erklärt zu werden. Doch selbst seitens der Gesundheitsbehörde
wurde diese Pathologisierung eines politisch Andersdenkenden abgelehnt.
Seit September wurden immer wieder Berufsverhandlungstermine vertagt und
erwiesen sich als Farce. Am 11. Oktober hob das Berufungsgericht das
Urteil als "null und nichtig" auf, ließ Maikel Nabil Sanad aber nicht
frei, sondern verwies das Verfahren zur erneuten Urteilsfindung zurück.
Inzwischen will Maikel die Militärgerichtsverhandlungen boykottieren,
wurde aber zur Anwesenheit gezwungen.
Infolge des seit mehr als elf Wochen anhaltenden Hungerstreiks schwebt
Maikel in Lebensgefahr.
Maikel Nabil Sanad hat 2010 als erster in Ägypten und in der arabischen
Welt öffentlich seine pazifistisch motivierte Kriegsdienstverweigerung
erklärt. Er wurde für untauglich erklärt, von der Militärpolizei
allerdings gewarnt, dass er mit gesteigerter Repression rechnen müsse,
wenn er seine politische und publizistische Tätigkeit fortsetzt.
Protest-E-Mails mit der Forderung nach Freilassung von Maikel Nabil
Sanad können geschickt werden über
www.connection-ev.de/aktion-egypt.php
www.frieden-mitmachen.de
wri-irg.org/campagins/supportmaikelnabil
Solidaritätspostkarten an Maikel können direkt an ihn ins Gefängnis
geschickt werden: Maikel Nabil Sanad, El-Marg prison, El-Kalag,
El-Khanka, Qalyubeya, Ägypten
Weitere Informationen:
http://wri-irg.org/campagins/supportmaikelnabil
http://www.connection-ev.de
http//www.dfg-vk-hessen.de
Blog von Maikel Nabil Sanad: www.maikelnabil.com
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*** Alaa Abd El Fattah ***
"… wenn die Revolution nichts gegen dieses himmelschreiende Unrecht
unternimmt, dann wird sie untergehen, ohne auch nur eine einzige Spur zu
hinterlassen."
Am 30.Oktober wurde der Blogger Alaa Abd El Fattah inhaftiert und in ein
Militärgefängnis verschlepppt. Er ist einer der bekanntesten Aktivisten
und Bloggger des ägyptischen Aufstandes. Er weigerte sich, als Zivilist
vor einem Militärgericht auszusagen. Ihm wurde vorgeworfen im
Zusammenhang mit einer Demonstration am 9. Oktober Waffen gestohlen,
Soldaten angegriffen und zu Gewalttaten aufgerufen zu haben. Die
Demonstration der säkulären Grupppen gegen die Angriffe auf die
koptische Minderheit war von bezahlten Schlägern und Angehörigen der
"Sicherheitskräfte" zerschlagen worden. Die Kämpfe forderten mindestens
28 Tote. Alaa Abd El Fattah hatte als „muslimischer“ Un¬terstützer an
der koptischen Demonstration teilgenommen und hinterher über die Gewalt
der "Sicherheitskräfte" im Internet berichtet.
Weitere Informationen: http://en.nomiltrials.com/
Eine Möglichkeit für Online-Protest gegen die Verfol-gung von Alaa Abd
El Fattah
http://www.amnesty.de/2011/11/3/aegypten-prominenter-blogger-inhaftiert
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Die War Resisters’ International, Connection e.V. und die DFG-VK Hessen
fordern
# Sofortige Freilassung von Maikel Nabil Sanad, Alaa Abd El Fattah und
allen anderen Gefangenen!
# Schluss mit der Militärgerichtsbarkeit!
# Anerkennung des Menschenrechts auf Meinungsfreiheit auch in Ägypten