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"Die Bundesregierung muss endlich einsehen, dass die Verpressung von
Kohlendioxid (CO2) in Deutschland keine Zukunft hat", kommentiert
Sylvia Wadewitz von der Bürgerinitiative CO2ntra Endlager
(Märkisch-Oderland) die gestrige Vertagung des umstrittenen Gesetztes
zur CO2-Abscheidung und Lagerung (CCS-Gesetz) durch den
Vermittlungsausschuss. Medienberichten zufolge brachten die Beratungen
von Bund und Ländern zum CCS-Gesetz keine Ergebnisse und der
Vermittlungsausschuss verschob das Thema CCS auf die nächste Sitzung
am 22. November. Zuvor protestierten vor dem Bundesrat in Berlin etwa
100 Vertreter von Bürgerinitiativen aus Brandenburg und
Sachsen-Anhalt, sowie Mitglieder des BUND und Greenpeace gegen die
geplante Verspressung des Klimagases CO2 und forderten von den
Verhandlungsführern des Vermittlungsausschusses ein CO2-Endlager-
Unterlassungsgesetz. Das sieht die EU-Richtlinie ausdrücklich als
Möglichkeit der Umsetzung vor.
Die ebenfalls am Dienstag vorgestellte Auftragsstudie der
Braunkohlekonzerne Vattenfall und Mitteldeutsche Braunkohlen AG
(Mibrag) kritisierte Mike Kess, Sprecher der Bürgerinitiative
"CO2-Endlager stoppen": "Das ist durchsichtiges Lobbygeplänkel einer
Industrie aus dem letzten Jahrtausend, die krampfhaft an einer
überkommenen zentralistischen Braunkohleverstromung festhalten will."
Das der Öffentlichkeit bislang nur in Auszügen bekannte Papier,
spricht der ostdeutschen Braunkohle auch künftig eine wichtige Rolle
bei der Stromerzeugung zu.
Es sei kein Wunder, dass der Konzern mit seiner Lobbystudie just kurz
vor der Sitzung des Vermittlungsausschusses seitens der Konzerne
bekannt gemacht wurde: "Hier soll Druck aufgebaut werden um die
Politik doch noch auf ein Gesetz für die profiorientierten
Energiekonzerne einzuschwören", so Kess. "Der Schuss ging aber nach
hinten los". Selbst die Details die Vattenfall bekannt gab, bezeichnen
Branchenkenner als unseriös. "Eine Argumentation die Braunkohle als
Partner der Erneuerbaren bezeichnet, geht von völlig unrealistischen
Annahmen zur Flexibilität künftiger Braunkohlenkraftwerke aus",
kritisiert René Schuster von der Umweltgruppe Grüne Liga. Auch dichte
das Rechenmodell der Braunkohlewirtschaft etwa zehntausend
Arbeitsplätze mehr an als noch 2006. Das kann mit der Realität nichts
mehr zu tun haben, resümiert Schuster. "Man darf nicht vergessen, mit
dieser Studie soll die Vertreibung von tausenden Menschen durch neue
Tagebaue legitimiert werden" ergänzt Kess: "Sollte die von Vattenfall
gewünschte Energiepolitik umgesetzt werden, bedeutet das für
Brandenburg, entweder man wird weggebaggert oder sitzt auf einer
CO2-Bombe."
Offener Brief an den Vermittlungsausschuss
http://ccs-protest.de/111105offenerbrief_vermittlungsausschuss.pdf
Weitere kritische Infos zur Auftragsstudie von Vattenfall und Mibrag
http://www.lausitzer-braunkohle.de/aktuell.php