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Der Energiekonzern E.ON will aus dem in Finnland geplanten Atomkraft-Projekt Fennovoima aussteigen. Das Fennovoima Konsortium teilte heute Morgen mit, dass E.ON seinen Anteil von 34 Prozent verkaufen will.
Finnische Umweltschützer begrüßen den Ausstieg und sehen darin den Anfang vom Ende des Projekts. Neben E.ON besteht das Konsortium aus 70 kleinen Investoren, die die geschätzten Kosten von vier bis sechs Milliarden Euro nicht alleine stemmen können. „Natürlich wird Fennovoima versuchen, einen neuen Großinvestor zu finden, aber E.ONs Ausstieg ist der Sargnagel für das Projekt.
Wir feiern!“, erklärt Hanna Halmeenpää vom Verein Pro Hanhikivi, der seit Jahren gegen den Bau von Fennovoima kämpft. Hanhikivi ist die Landzunge, auf der das neue AKW gebaut werden soll.
Bereits im Sommer hatten sich sechs kleinere Investoren aus dem Projekt zurückgezogen, da sie immer mehr eigenes Geld einbringen sollten. Einen neuen Großinvestor zu finden wird nicht einfach, weil der Bau in weniger als drei Jahren beginnen muss, ansonsten verfällt die Genehmigung. Ein neuer Investor wird deshalb wenig Einflussmöglichkeiten auf das Projekt haben.
Auch deutsche Umweltschützer begrüßen E.ONs Schritt. „Seit Jahren fordern wir auf E.ONs Hauptversammlungen, dass der Konzern sich aus Fennovoima verabschieden soll“, erklärt Heffa Schücking, Geschäftsführerin der Umweltorganisation urgewald. „Wenn sie es nun endlich tun, kann ich nur sagen: besser spät als nie! E.ON sollte jedoch erklären, dass diese Einsicht grundsätzlicher Natur ist und sie sich nicht bei ihren Bemühungen um neue Märkte in Indien, Brasilien oder der Türkei in neue Atomabenteuer stürzen wollen!“ so Schücking.