WideBlick - Potential-Entwicklungs-Magazin für junges Denken: Themen, die diskussionswürdig sind. Musik, die hörenswert ist. Filme, die sehenswert sind. Fakten, die wissenswert sind. (Musik, Aphorismen, Politik, Umwelt, Filme, Kunst, Pädagogik, Termine). Thematisch gibt es fast keine Begrenzungen. (Kein Mainstream!)
Ab Montag beginnen die internationalen Klimaverhandlungen in Doha – mit geringen Erwartungen an weitreichende Ergebnisse. Dabei zeigen neue Rekorde beim Abschmelzen der Polkappen und zunehmende Extremwettereignisse wie Dürren, tropische Stürme und Überschwemmungen bereits spürbar die Folgen des Klimawandels. So erlebten die USA diesen Sommer die schwerste Dürre seit Jahrzehnten und der Hurrikan Sandy war in seinem räumlichen Ausmaß einer der größten seit Jahrhunderten.
Trotzdem bringen die Staaten auch in diesem Jahr keine ambitionierten Klimaschutzziele mit zur Konferenz. Deshalb warnt das UN Umweltprogramm UNEP bereits, dass die Welt ihre Klimaziele verfehlen wird und die Weltbank skizziert in einem aktuellen Bericht die dramatischen Folgen einer ungebremsten Erderwärmung.
„Während die internationalen Klimaverhandlungen seit Jahren auf der Stelle treten, treffen Banken tagtäglich Entscheidungen, die die Klimakrise weiter anheizen“, erklärt Kathrin Petz von der Umweltorganisation urgewald. „Obwohl die Verbrennung von Kohle den größten Anteil der CO2 Emissionen ausmacht, wird der weltweit steigende Energiehunger durch den Bau immer neuer Kohlekraftwerke befriedigt. Und die Banken helfen dabei mit ihren Finanzierungen.“
Urgewald hat in der Broschüre „Ist meine Bank ein Klimakiller?“ untersucht, wie deutsche Banken die Kohleindustrie unterstützen. Tatsächlich durchkreuzen die Investitionen von Banken in neue Kohlekraftwerke und den Kohleabbau die Bemühungen der Klimakonferenzen geradezu: Seit Inkrafttreten des Kyoto Protokolls im Jahr 2005 haben sich die Investitionen der Banken in die Kohle fast verdoppelt. Die Deutsche Bank ist mit 11,5 Milliarden Euro der schlimmste Klimasünder, gefolgt von UniCredit/Hypovereinsbank mit 5,2 Milliarden Euro und der Commerzbank mit 4 Milliarden Euro. Doch auch die Zentralinstitute von Sparkassen und Volksbanken verhalfen der Kohleindustrie zu Geld.
Alternativbanken jedoch schließen Kohlefinanzierung aus. „Da niemand bei seiner Klimakiller-Bank bleiben muss, fordern wir Verbraucher auf, aktiv zu werden und ihr Konto zu wechseln, um so das Problembewusstsein ihrer Bank zu schärfen und der Kohleindustrie den Geldhahn zuzudrehen“, so Petz.
Informationen zu den Kohlefinanzierungen und zu Alternativbanken sind in der Verbraucherbroschüre „Ist meine Bank ein Klima-Killer?“ zusammen gefasst. http://urgewald.org/kampagne/meine-bank-klima-killer