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Berlin/Sassenberg/Köln - Umweltorganisationen und das breite gesellschaftliche Bündnis klima-allianz deutschland fordern anlässlich der Hauptversammlung von E.ON am morgigen 3. Mai den Konzern auf, sich von seiner verantwortungslosen Energiepolitik zu verabschieden. „E.ON redet davon, aktiv neue Wege zu gehen und sich zu E.ON 2.0 zu entwickeln. Tatsächlich jedoch verfolgt der Konzern weiterhin sein klassisches Geschäftsmodell mit Kohle und Atom, das hat mit einem neuen Konzern E.ON 2.0 nichts zu tun“, erklärt Heffa Schücking, Geschäftsführerin der Umweltorganisation urgewald.
Dies bestätigt die Finnin Hanna Halmeenpää, die extra zu E.ONs Hauptversammlung angereist ist. Sie engagiert sich im Verein Pro Hanhikivi, der gegen den geplanten Bau eines neuen Atomkraftwerks im finnischen Pyhäjoki kämpft. E.ON ist zu einem Drittel an dem finnischen Atomunternehmen Fennovoima beteiligt, das im Norden Finnlands ein neues Atomkraftwerk von bis zu 1800 MW Leistung errichten will. „Das Kraftwerk soll in einem hochempfindlichen Naturschutzgebiet errichtet werden, wo ansonsten nicht einmal Häuser gebaut werden dürfen. Aber die Bevölkerung will das AKW nicht und wir wehren uns. Am kommenden Wochenende veranstalten wir Hanhikivi-Tage, bei denen wir über die ökonomische Fragwürdigkeit des Projektes diskutieren und mit Konzerten, Demonstrationen, Theater und Vorträgen auf die Probleme des neuen Atomkraftwerks hinweisen wollen“, so Halmeenpää. Nachdem sich E.ON auch aus ökonomischen Überlegungen von seinen britischen Atomplänen verabschiedet hat, fordert sie das Gleiche für E.ONs finnische Atomträume, bevor diese Alpträume werden.
Im Kohlebereich sehen Umwelt- und Klimaschützer ebenfalls keine neuen Wege, die E.ON beschreitet. Immer noch macht vor allem die Steinkohle als Energieträger fast 40 Prozent der Erzeugungskapazitäten von E.ON aus. Und der Konzern plant den Bau weiterer Kohlekraftwerke: in Deutschland in Datteln, Großkrotzenburg (Staudinger) und Stade ebenso wie in Belgien, Italien und in den Niederlanden. „E.ON sollte endlich begreifen, dass in der Kohlekraft keine Zukunft liegt, denn selbst das effizienteste Kohlekraftwerk trägt noch massiv zum Klimawandel bei.“ Auch wirtschaftlich rechneten sich neue Steinkohlekraftwerke wegen des Ausbaus der Erneuerbaren längst nicht mehr. „Insbesondere in Datteln kämpft E.ON mit allen Mitteln dafür, den rechtswidrigen Steinkohlekraftwerksneubau Block 4 doch noch zu retten. Selbst einschlägige Zeitschriften wie die Wirtschaftswoche zählen ´Datteln 4´ bereits zu den größten Investitionsruinen Deutschlands. Statt weiter Geld darin zu versenken, sollte sich E.ON endlich von dem Kraftwerksprojekt verabschieden“, sagt Daniela Setton, Referentin für Energiepolitik bei der klima-allianz deutschland.
„Mit diesem Beharren auf der Atom- und Kohleenergie verpasst der E.ON die Energiewende und gefährdet nicht nur die Sicherheit und das Klima, sondern setzt den langfristigen Wert des Unternehmens aufs Spiel“, sagt Markus Dufner Geschäftsführer des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre.