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Tiger brauchen größere Zoogehege - VIER PFOTEN fordert bessere Haltungsstandards

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Köln / Hamburg, 27.08.2012 – Nach dem tragischen Unfall im Zoo Köln, bei dem eine Pflegerin ums Leben kam und das Tigermännchen Altai erschossen werden musste, fordert die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN mehr Platz für Großkatzen in deutschen Zoos. Das zuständige Landwirtschaftsministerium müsse die veralteten und unzureichenden Mindestvorgaben deutlich anheben.

 

Die deutschen Mindestvorgaben für Großkatzen wie Tiger oder Löwen betragen 40 Quadratmeter Außengehege und ein Innenraum von 25 Quadratmetern. Der Weltzooverband WAZA empfiehlt dagegen Gehege mit wenigstens 500 Quadratmetern Fläche. In freier Wildbahn können die Streifgebiete männlicher Tiger eine Fläche von bis zu 1000 Quadratkilometern umfassen. Die Tiere legen am Tag bis zu 30 Kilometer zurück. „Diese Zahlen macht deutlich, dass eine artgemäße Haltung von Tiger unter Zoobedingungen kaum möglich ist“, sagt Wildtierexperte Thomas Pietsch von VIER PFOTEN. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Tierarten, die in der Natur besonders große Streifgebiete haben, in Zoos vermehrt Verhaltensstörungen entwickeln.

 

VIER PFOTEN appelliert an deutsche Zoos, kleine und ungenügende Gehege aufzugeben und den verbleibenden Tieren mehr Platz zu geben. „Weniger Arten in besseren Gehegen würden auch die Zoobesucher erfreuen, die veraltete Betongruben, wie sie in manchen Zoos noch anzutreffen sind, zunehmend kritisch sehen.“ Ob die Zucht der vom Aussterben bedrohten Tiger in Zoos aus Artenschutzsicht sinnvoll ist, steht in Frage. Tiger und andere Großkatzen können nicht erfolgreich ausgewildert werden und leisten deshalb keinen Beitrag um wildlebende Populationen zu stützen. „Aus Sicht von VIER PFOTEN ist es sinnvoller, Tiger direkt in ihren Lebensräumen schützen und dort Bedrohungen wie Wilderei zu bekämpfen“, betont Pietsch.

 

Weitere Informationen auf www.vier-pfoten.de.

 

VIER PFOTEN ist eine international tätige Tierschutzorganisation mit Hauptsitz in Wien. Seit 1988 setzt sich die Organisation mit gezielter Projektarbeit und langfristig angelegten Kampagnen für den Tierschutz ein. Grundlagen dafür sind fundierte Recherchen einschließlich wissenschaftlicher Expertise sowie intensives nationales und internationales Lobbying auf politischer und gesetzlicher Ebene. Nationale und internationale Hilfsprojekte sorgen für rasche und direkte Hilfe für Tiere in Not.

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