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Bürgerinitiative
"Kein CO2-Endlager Altmark"
OFFENER BRIEF AN DIE BUNDESKANZLERIN
Betrifft: Ihr Besuch in Salzwedel am 1.9.2011
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
auch wir begrüßen es, daß Sie Salzwedel besuchen und somit Ihre
Aufmerksamkeit und die der bundesweiten Öffentlichkeit auf die Altmark
richten!
Wie unser Name sagt, kämpfen wir dafür, daß der Altmark ein Schicksal
als CO2-Deponie erspart bleibt.
Wir sehen die Zukunft unserer Region in einem freundlicheren Licht:
Wie Dardesheim im Harz - wir wissen, daß Ihnen dieser Ort bekannt ist!
- kann sich auch die Altmark vollständig mit Erneuerbaren Energien in
Verbindung mit Speichertechnologien versorgen.
Durch Bürgerbeteiligung entsteht die nötige Akzeptanz. Dadurch bleiben
nicht nur Erträge in der Region (wo sie dringend gebraucht werden),
sondern die Übernahme von Verantwortung durch die Menschen vor Ort hat
auch einen emanzipatorischen Effekt, dessen Wert kaum hoch genug
eingeschätzt werden kann.
Gerade mit diesem Hintergrund können wir uns aber auch vorstellen, daß
im Einvernehmen mit der Bevölkerung von kapitalkräftiger Seite
Projekte gestartet werden, die hinsichtlich einer konsequenten
Energiewende Sinn machen. Hierbei denken wir u.a. an die Erkundung des
altmärkischen Potentials an Tiefengeothermie.
Es würden dann gewissermaßen 4 Stockwerke zur Verfügung stehen:
Die Wärme aus der Tiefe,
die - in wohl bedachten Grenzen zu haltende - Bioenergie auf der
Erdoberfläche,
die Windenergie und
die Energie des Sonnenlichts.
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
natürlich bedauern wir, daß Ihre Koalition den Entwurf eines Gesetzes
zur CO2-Verpressung durch den Bundestag gebracht hat. Und wir fragen:
weshalb hat Ihre Regierung die detaillierten Studien ihrer
Beratungsorgane Sachverständigenrat für Umweltfragen und
Bundesumweltamt nicht berücksichtigt, unseres Wissens aber auch nicht
widerlegt? Beide kommen zu dem Ergebnis, daß eine 100%ige Versorgung
mit Erneuerbaren Energien bis 2050 möglich ist und gerade dann
besonders zügig und kostengünstig erreicht werden kann, wenn kein
Kohlekraftwerkssystem mit CCS etabliert wird.
Wir möchten anläßlich Ihres Besuches diese Differenzen aber nicht in
den Vordergrund stellen und würden uns freuen, wenn Sie die positiven
Entwicklungsperspektiven, die wir für die Altmark anstreben, ebenfalls
begrüßen und unterstützen könnten.
Mit freundlichen Grüßen
Bürgerinitiative
"Kein CO2-Endlager Altmark"