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Massenhaft Antibiotikaeinsatz in der Hähnchenmast - VIER PFOTEN kritisiert merkwürdige Gesetzeslücke

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Blick in einen Hühnerstall mit 40.000 Masthühnern © R&D

 


 

Hamburg, 28. Oktober 2011 – Wie der Radiosender NDRInfo berichtet, werden in der Hähnchenmast große Mengen Antibiotika eingesetzt. Allerdings nicht aus medizinischen Gründen, sondern damit sie schneller Gewicht ansetzen. Eine bislang unveröffentlichte Studie des nordrheinwestfälischen Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz zeige laut NDRInfo, dass 83 Prozent der untersuchten Mastdurchgänge Antibiotika an ihre Tiere verabreicht haben. Angesichts dieses Ausmaßes fordert die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN die Behörden dazu auf, die Geflügelbranche endlich stärker zu kontrollieren. Seit diesem Jahr werden zwar in einer bundesweiten Datei (DIMDI) erfasst, wie viele Medikamente der Großhandel an welche Region liefert. Doch ausgerechnet die Geflügelbranche ist Dank des Bundeslandwirtschaftsministeriums davon ausgenommen. Diese Ausnahmeregelung müsse sofort abgeschafft werden, fordert VIER PFOTEN.

 

„Der massive Antibiotikaeinsatz ist eine Gefahr für die menschliche Gesundheit“, warnt Kampagnenleiterin Dr. Martina Stephany von VIER PFOTEN. Wenn Penizillin, Neomycin und Toxicyclin in Massen verfüttert wird, könne es schnell zur Bildung resistenter Keime kommen. Diese reagieren dann später nicht mehr auf Antibiotika. Laut Robert-Koch-Institut sterben jährlich in Deutschland 15.000 Menschen an den resistenten Keimen. „Die Erfassung der Medikamenteneinsatzes in der Geflügelmast wäre ein erster Schritt, um die Antibiotikaverschwendung einzudämmen“, sagt Stephany. Langfristig gesehen sei aber die Abschaffung der Intensivtierhaltung die einzige Möglichkeit, um Mensch, Umwelt und Tiere zu schützen.

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