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Gorleben: Bundesregierung greift tief in die Trickkiste - Erkundungsstopp soll Zeit bringen, um Gorleben durchsetzen zu können

ausgestrahlt

 

Zum Vorschlag der Bundesregierung, die Erkundungsarbeiten im Salzstock
Gorleben noch in diesem Jahr zu beenden, erklärt Jochen Stay, Sprecher
der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Typisch Norbert Röttgen: Hört sich gut an, ist aber am Ende doch alles
ganz anders. Mit einem vorläufigen Erkundungsstopp erkauft sich die
Bundesregierung nur Zeit, um den Standort Gorleben in einigen Jahren
umso besser durchsetzen zu können. Denn Teil des Vorschlages ist auch,
keinen weiteren Salzstock auf seine Eignung als Endlager zu untersuchen.
Damit steigt sogar die Wahrscheinlichkeit, dass zum Schluss trotz aller
geologischen Fakten Gorleben doch zum Endlager  wird.

Dafür spricht auch, dass der jetzt angebotene Erkundungsstopp erst im
Herbst beginnen soll. Damit kann eine großangelegte, 9 Millionen Euro
teure Studie abgeschlossen werden, mit denen das Bundesumweltministerium
einseitig Wissenschaftler beauftragt hat, die für ihre unkritische
Haltung für Gorleben bekannt sind und die in der Vergangenheit auch dem
Endlager im Salzstock Asse Sicherheit attestiert haben. Eine
Schlüsselrolle bei der Erstellung dieser so genannten ‚Vorläufigen
Sicherheitsanalyse Gorleben‘ spielt der ehemalige Nuklearchef von
Vattenfall, Bruno Thomauske, der extra für diesen Zweck eine
Consulting-Firma gegründet hat.

Diese ‚vorläufige Sicherheitsanalyse‘ blendet alle geologischen Mängel
von Gorleben aus und soll den Beleg bringen, dass der Salzstock als
Atommüll-Endlager geeignet ist. Sobald diese Studie vorliegt, wird der
Druck steigen, in Gorleben weiterzubauen und die Suche nach Alternativen
weiter einzuschränken.

Bleibt Gorleben trotz Erkundungsstopp im Topf der möglichen Standorte
und wird, wie jetzt vorgeschlagen, überhaupt kein anderer Salzstock
untersucht, sondern im besten Falle eine Lagerstätte in Tongestein, dann
müssen am Ende Äpfel mit Birnen vergleichen werden. Der politischen
Manipulation von Eignungskriterien ist dann Tür und Tor geöffnet.

Wir fordern, das Projekt Gorleben aufgrund der erwiesenen geologischen
Mängel ganz zu beenden, statt mit immer neuen Verfahrenstricks zu
versuchen, den Standort zu retten. Und wenn Gorleben nicht vollständig
gekippt wird, dann braucht es Vergleiche mit anderen Salzstöcken und
einen sofortigen Erkundungsstopp, damit die extrem einseitige
‚vorläufige Sicherheitsanalyse‘ abgebrochen wird.

Von den Vertretern von SPD und Grünen am Verhandlungstisch erwarten wir,
dass sie dem Vorschlag der Bundesregierung nicht zustimmen, sondern
dafür sorgen, dass die Tricksereien rund um Gorleben endlich aufhören.“


Hintergründe zur „Vorläufigen Sicherheitsanalyse Gorleben“ (VSG):
http://www.ausgestrahlt.de/mitmachen/gorleben/hintergrund/artikel/8c12dc4f6c/gorleben-muesste-sofort-rausflieg.html

Wer macht die VSG?
http://www.ausgestrahlt.de/mitmachen/gorleben/hintergrund/artikel/aff5280748/gorleben-komplott.html

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