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WideBlick - Potential-Entwicklungs-Magazin für junges Denken: Themen, die diskussionswürdig sind. Musik, die hörenswert ist. Filme, die sehenswert sind. Fakten, die wissenswert sind. (Musik, Aphorismen, Politik, Umwelt, Filme, Kunst, Pädagogik, Termine). Thematisch gibt es fast keine Begrenzungen. (Kein Mainstream!)

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Gegen Schwarzfahren hilft ein Sozialticket, kein „Einstieg vorn“

 

 

Seit einem Jahr lässt der HVV seine Fahrgäste nur noch vorne in die Busse einsteigen und dabei die Fahrscheine vorzeigen. Damit will der Verkehrsverbund die Zahl der Schwarzfahrten reduzieren. „Wenn dadurch Mehreinnahmen zustande kommen, klingt das erst mal gut“, kommentiert Heike Sudmann, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Aber der HVV hat im Verkehrsausschuss bereits zugeben müssen, dass dieser Effekt nicht lange anhält. Nach einer Gewöhnungsphase wissen SchwarzfahrerInnen, wie sie die sogenannte Sichtkontrolle manipulieren können.“ DIE LINKE lehnt den Einstieg vorn ab, weil er zu längeren Einstiegs- und Wartezeiten führt und an der Kernfrage des Problems Schwarzfahren vorbeigeht.


Seit Jahren erhöht der HVV seine Preise jährlich oberhalb der Bruttolohnentwicklung und steigert damit seine Einnahmen erheblich. Zuletzt wurden die Fahrpreise im Januar um 3,5 Prozent angehoben. „Anstatt preisliche Entlastungen für Menschen mit wenig Einkommen wie SozialhilfeempfängerInnen, SeniorInnen und viele Familien zu gewähren, wird auch hier gnadenlos die Preisspirale hochgedreht“, kritisiert Sudmann. „Kann sich der HVV vielleicht vorstellen, dass das ein Grund für Schwarzfahren ist?“ Immer mehr Menschen verbüßen in Hamburg Freiheitsstrafen wegen des Bagatelldelikts Schwarzfahren, weil sie die Bußgelder nicht abzahlen können. Der Gefängnisaufenthalt kostet die Stadt letztendlich mehr als das verhängte Bußgeld.


„Niedrigere Fahrpreise, gerade auch auf Kurzstrecken, könnten nicht nur manche Schwarzfahrt mit schlechtem Gewissen unnötig machen, sie würden auch viele Leute zum Umsteigen auf den ÖPNV animieren“, meint Sudmann. „Ein echtes Sozialticket und Preissenkungen für Kinder und SeniorInnen sollten für die Sicherung der verkehrlichen Teilhabe aller Menschen dieser Stadt Mindeststandard sein. Nur Schröpfen und Strafen ohne soziales Gegenkonzept verschärft die Spaltung der Stadt.“

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