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EU-Kommissar Dalli unterstützt Käfighaltung von Legehennen

Legebatterie_konventionell_.jpg

 

VIER PFOTEN gegen wahnwitzigen EU-Vorschlag

 

Hamburg, 12. Oktober 2011 – Völlig unerwartet hat sich EU-Kommissar Dalli letzte Woche gegen das Verbot der konventionellen Käfighaltung von Legehennen ausgesprochen. Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN ist tief besorgt. Auch die deutschen Eier-Produzenten, die sich an die EU-Gesetze halten, hat Dalli damit vor den Kopf gestoßen.

 

Am vergangenen Mittwoch hat John Dalli, EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, im Landwirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments angekündigt, dass er eine „Lösung“ für diejenigen Landwirte suche, die das bevorstehende Verbot der Eier-Produktion in konventionellen Käfigen ab Januar 2012 nicht einhalten werden. Laut seiner Vorstellung könnten auch nach dem Verbot Eier aus konventionellen Käfigbatterien an industrielle Verarbeitungsbetriebe in den jeweiligen eigenen Ländern der Käfigeiproduzenten verkauft werden.

 

„Mit ein paar Worten ruinierte der Kommissar zwölf Jahre großer Hoffnungen von Tierschutzorganisationen, Verbrauchern und Landwirten. Wenn er mit seiner Aussage austesten wollte, wie weit er gehen kann, dann muss ich denken, dass Kommissar Dalli in Wirklichkeit keine Lösungen mehr hat. Er kann sich nicht über die Schwäche seines eigenen Systems ausreden und somit weiterhin tägliche Folter für 144 Millionen Legehennen in konventioneller Käfighaltung unterstützen. Die einzige akzeptable Entscheidung ist, dass er sich an die eigene Richtlinie hält“, sagt Helmut Dungler, Gründer und Geschäftsführer von VIER PFOTEN.

 

„Es ist ein Affront für all jene Eierproduzenten, die sich rechtzeitig an die Regelungen und um das Wohl der Tiere gekümmert und umgebaut haben. Es ist mir unverständlich, wie die EU eine derartige Vorgehensweise vertreten kann. Zuerst werden Gesetze verabschiedet, die Jahre im Voraus kommuniziert werden und deren Umsetzung strikt verlangt wird, um dann im letzten Moment einen Rückzieher zu machen. Das kann nicht im Sinne einer einheitlichen Union und schon gar nicht im Sinne des Tierschutzes sein! Auf der einen Seite sollen wir für den Konsumenten Eier von glücklichen Hühnern produzieren und auf der anderen Seite bekommt der Konsument dann über die Industrieprodukte nach wie vor die aus der konventionellen Käfighaltung produzierten Eiprodukte! Der Kunde will keine Eier von gequälten Tieren mehr! Das sollten doch auch endlich mal die EU-Politiker begreifen“, erklärt Christoph Hönig, Geschäftsführer der Hönig Hof GmbH.

 

legebatterieKaefig_konventionell_Oct201.jpg

 

Auch der Geschäftsführer der Mostviertler Frischei GmbH, die zu einer großen europaweiten Gruppe mit Farmen in mehreren europäischen Ländern sowie auch Deutschland gehört, die ebenfalls ihre Standorte schon den gesetzlichen Bedingungen angepasst haben bzw. gerade in Umsetzung sind, zeigt sich über das Vorgehen des EU-Kommissars empört: „Das ist nicht nur im Sinne des Tierschutzes eine äußerst negative Entscheidung, sondern auch für alle Landwirte und Produzenten wie wir, die ihre Systeme schon längst auf die neuen Regelungen im Sinne der Tiergesundheit umgestellt haben. Hier wird dem Betrug am Konsumenten wieder Tor und Tür geöffnet.“

 

Neueste offizielle Angaben zeigen, dass sieben Länder (Belgien, Bulgarien, Zypern, Frankreich, Polen, Portugal und Rumänien) die Legehennenbetriebe mit konventionellen Käfigen bis Januar 2012 nicht komplett auf andere Haltungssysteme umgestellt haben werden. Weitere fünf Länder (Ungarn, Italien, Lettland, Spanien und Griechenland) haben keine Informationen über die aktuelle Situation zur Verfügung gestellt. Unausgestaltete Käfige (auch bekannt als Legebatterien oder konventionelle Käfige) werden ersetzt, weil sie es Legehennen nicht ermöglichen, ihre natürlichen Verhaltensweisen auszuüben. Das eingeschränkte Platzangebot sowie das Fehlen von Tageslicht und Ausgestaltung führen zu Verhaltensstörungen, Verletzungen und sogar zum Tod der Legehennen.

 

vierpfoten

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