WideBlick - Potential-Entwicklungs-Magazin für junges Denken: Themen, die diskussionswürdig sind. Musik, die hörenswert ist. Filme, die sehenswert sind. Fakten, die wissenswert sind. (Musik, Aphorismen, Politik, Umwelt, Filme, Kunst, Pädagogik, Termine). Thematisch gibt es fast keine Begrenzungen. (Kein Mainstream!)
Einige Apps – besonders von sozialen Netzwerken – übertragen persönliche Informationen der Smartphone-Besitzer oft ungefragt, ungesichert und nicht anonymisiert. Dazu gehören Passwörter, echte Namen und E-Mail-Adressen, reale Telefonnummern und Inhalte von Adressbüchern. 9 von 63 beliebten Apps für Smartphones bewertet die Stiftung Warentest deshalb als „sehr kritisch“, 28 als „kritisch“.
Um Freundeskreise zu verbinden und Personen zu vernetzen, gleichen Apps von sozialen Netzwerken die Adressbücher ihrer Mitglieder ab. Der Vorteil ist unbestritten – die von der App genutzte Technik aber fragwürdig. Die Adressbücher werden nicht anonymisiert und oft unverschlüsselt übertragen. Eine unverschlüsselte Übertragung lädt zum Mitlesen ein, wenn das Smartphone im ungesicherten WLan-Funknetzt läuft. Denn unverschlüsselte Übertragung ist vergleichbar mit einer Postkarte – die Daten wie Passwörter oder Adressbücher lassen sich leicht offen lesen. Eine Verschlüsselung bietet wenigstens die Sicherheit eines Briefes.
Die Tester sind nicht gegen Apps, fordern aber ein Umdenken der Anbieter „sehr kritischer“ Programme wie Foodspotting, Gowalla, Facebook oder WhatsApp. Jeder Nutzer sollte wissen, welche Daten gesammelt und warum und wem gemeldet werden. Eine App sollte den Kunden nicht heimlich ausspähen. Namen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen sollten anonymisiert werden. Apps sollten nicht Adressbücher abgleichen, sondern nur vom Nutzer freigegebene Adressen. Dass dies möglich ist, zeigen die unkritischen Apps, z.B. von YouTube, Wikipedia mobile, Mahjong oder der Sportschau.
Tipp der Tester: Bei Apps, die ein Passwort verlangen, unbedingt ein neues, separates Passwort wählen – und nicht das des Postfachs oder Online-Bankings. Dann sind andere Anwendungen nicht gefährdet, falls das Passwort der App ausgespäht wird.
Der ausführliche Test Datenschutz bei Apps ist in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift test und online unter www.test.de/datenschutz-apps veröffentlicht.