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WideBlick - Potential-Entwicklungs-Magazin für junges Denken: Themen, die diskussionswürdig sind. Musik, die hörenswert ist. Filme, die sehenswert sind. Fakten, die wissenswert sind. (Musik, Aphorismen, Politik, Umwelt, Filme, Kunst, Pädagogik, Termine). Thematisch gibt es fast keine Begrenzungen. (Kein Mainstream!)

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Bauernhöfe statt Agrarindustrie - Gemeinsame Kundgebung für eine neue, faire Agrarpolitik vor dem Landeshaus in Kiel

(Kiel/21-03-2012) Ein breites Bündnis aus Landwirtschafts-, Umwelt-, Imker-, Verbraucher-,
Tierschutz- und Eine-Welt- Organisationen demonstriert heute vor dem Landeshaus in Kiel
unter dem Motto: „Bauernhöfe statt Agrarindustrie“. Hintergrund für die Kundgebung ist, dass
das Bündnis vor der Landtagswahl ein deutliches verbraucher- und agrarpolitisches Zeichen
setzen will.


Die beteiligten Organisationen wollen die Politiker in die Pflicht nehmen und fordern diese
auf, sich aktiv für eine Wende in der Agrarpolitik und für eine klima- und umweltverträgliche
und gentechnikfreie Landwirtschaft mit artgemäßen Tierhaltungsbedingungen einzusetzen.
Das bedeutet gute landwirtschaftliche Erzeugerbedingungen mit fairen Lebensmittelpreisen
zu unterstützen, die es den Bäuerinnen und Bauern ermöglichen, Vielfalt statt Monokulturen
den Vorzug zu geben und ihre Betriebe zu erhalten. Die großen Herausforderungen der
Zukunft – ausreichende Welternährung sowie globaler Klima- und Umweltschutz - können
nicht mit den Methoden einer industriellen Landwirtschaft gelöst werden.


Das Bündnis erklärt sich solidarisch mit den Kleinbäuerinnen und –bauern des Südens und
fordert deshalb, auch im Hinblick auf die weltweiten negativen Auswirkungen industrieller
Agrarproduktion, eine Unterstützung von gesunden Lebensmitteln aus regionalen
Wertschöpfungsketten statt Überschussproduktion mit Exportorientierung und
Dumpingpreisen.


Eindrucksvoll und kreativ untermalt werden die politischen Forderungen mit Musik, Poesie
und bunten politischen Transparenten.


Auf der Kundgebung äußern sich die Rednerinnen und Redner:
„Kurz vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein setzen wir hier gemeinsam ein deutliches und
vielfältiges Zeichen für eine bäuerliche, ökologischer ausgerichtete und global verantwortliche
Landwirtschaft mit Zukunft“ so Georg Janßen, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft
(AbL).


„So sieht der wichtigste Beitrag zur Sicherung einer dauerhaften Welternährung aus: Regional
angepasst, wie es der Weltagrarbericht der UN und der Weltbank 2008 klar herausgestellt hat“,
wendet sich Christoph Beckmann-Roden, Landwege e.V., direkt an Ministerpräsident Carstensen,
der kürzlich geäußert hatte, der Hunger in der Welt treibe ihn um.

 

„Gentechnik ist keine Methode zur Kultivierung von Land – sondern dient rein den Profitinteressen der
Gentechnik-Industrie und wird zur Lösung von Problemen herangezogen, die überhaupt erst durch
industrielle Agrarproduktion entstehen“, stellt Andrea Kraus, BI gentechnikfreies Schleswig-
Holstein, klar und fügt hinzu: “So etwas brauchen wir nicht - im Gegenteil, wir wehren uns gegen die
ökologischen und gesundheitlichen Risiken und die Abhängigkeit, in die die Landwirtschaft dadurch
getrieben wird!“


„Im Klimawandel ist die Landwirtschaft Opfer und Täter zugleich“, sagt Claudia Bielfeldt, BUND, und
wies auf die Handlungsmöglichkeiten in der Tierhaltung hin: „Durch die Anpassung der Tierbestände
an die Fläche mit eigenem Futteranbau, Grünlandnutzung und verbessertem Düngemanagement
würden wir sowohl die Klima- und Energieeffizienz als auch die Biologischen Vielfalt auf den Flächen
unterstützen.“


Stefan Johnigk, PROVIEH, fügt hinzu: „Der Irrsinn des „Wachse oder Weiche“ muss endlich aus der
Agrarpolitik verschwinden. Artgemäße und verhaltensgerechte Tierhaltung in bäuerlichen Betrieben ist
gesünder für Mensch und Tier. Sie darf nicht einer Produktion zu Weltmarktpreisen geopfert werden.“
„Wir brauchen faire und transparente Marktregeln für Milcherzeuger“ fordert Günter Böckmann vom
Landesteam des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) und erläutert: „Die
Milcherzeugung muss sich an der Nachfrage orientieren können und nicht besinnungslos zu
unwirtschaftlichen Preisen Überschüsse herstellen – dafür brauchen wir Rahmenbedingungen auf die
auch die Landwirte Einfluss haben.“


„Die umfassenste, effektivste und preisgünstigste Agrarumweltmaßnahme mit Leitbildcharakter ist der
Ökolandbau“, betont Alfons Wiesler-Trapp, Demeterbauer. Und seine Kollegin Barbara-Maria
Rudolf, Biolandbäuerin, fordert: „Das muss es unseren Politikern wert sein – wir fordern den
sofortigen Wiedereinstieg in die Beibehaltungsförderung für die Ökologische Landwirtschaft, denn die
vielfältigen Leistungen brauchen verlässliche Unterstützung!“


„Wann und wie wollen Sie der international eingegangenen Verpflichtung nachkommen, sich mit den
Möglichkeiten hier vor Ort für die Umsetzung des Menschenrechts auf Nahrung einzusetzen?“ fragt
Christel Kohnert von Brot für die Welt und fordert somit direkt die anwesenden politischen
VertreterInnen aller Parteien aus dem Landeshaus auf, zu den vorgetragenen Forderungen des
Aktionsbündnisses Stellung zu beziehen.

 

Folgende Organisationen sind Träger der Kundgebung
„Bauernhöfe statt Agrarindustrie“:


Agrar Koordination, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft – AbL e.V., attac Kiel, Aktionsbündnis
Bauerhöfe statt Agrarfabriken, Bioland, Brot für die Welt, Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM),
Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Bündnis gentechnikfreies SH, Bürgerinitiative gentechnikfreies SH,
De Immen e.V., Demeter im Norden, Gentechnikfreie Regionen in Deutschland, Initiative Gentechnikfreie
Metropolregion Hamburg, Landesverband Schleswig-Holsteinischer und Hamburger Imker e.V., Landwege e.V.,
Lauenburgische Initiative für gentechnikfreien Anbau, Kampagne: „Meine Landwirtschaft“, Naturland,
Naturschutzbund Deutschland (NABU), PROVIEH, Transition-Town Kiel im Wandel

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