WideBlick - Potential-Entwicklungs-Magazin für junges Denken: Themen, die diskussionswürdig sind. Musik, die hörenswert ist. Filme, die sehenswert sind. Fakten, die wissenswert sind. (Musik, Aphorismen, Politik, Umwelt, Filme, Kunst, Pädagogik, Termine). Thematisch gibt es fast keine Begrenzungen. (Kein Mainstream!)

Zur Debatte um die Atommüll-Lagerung erklärt Jochen Stay, Sprecher der
Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:
„Die Atomindustrie wehrt sich gegen die Übernahme der Kosten, falls
statt Gorleben ein anderer Standort auf seine Eignung als Atommüll-Lager
untersucht werden soll. Das zeigt aufs Neue, wie verantwortungslos die
Betreiber der Atomkraftwerke handeln. Sie machen jahrzehntelang
glänzende Geschäfte, hinterlassen die gefährlichsten Stoffe in der
Geschichte der Menschheit und bürden Risiken und Kosten der
Allgemeinheit und den kommenden Generationen auf.
Für mich gibt es daraus nur eine Konsequenz: Die neun Atomkraftwerke,
die in Deutschland weiter Tag für Tag hochradioaktive Abfällt
produzieren, müssen jetzt stillgelegt werden und nicht erst 2022, wie es
derzeit das Atomgesetz vorsieht. Wenn die gestern an der
Bund-Länder-Runde zum Atommüll beteiligten Politiker ihre Worte vom
Menschheitsproblem Atommüll ernst nehmen, dann können sie einen
Weiterbetrieb der Reaktoren sowieso nicht verantworten. Alles andere
wäre unglaubwürdig.
Wer nach bald sechs Jahrzehnten Atomkraft-Nutzung keine Lösung für den
Atommüll anzubieten hat und gleichzeitig nicht garantieren kann, dass es
irgendwann eine wirklich sichere Methode der Lagerung geben wird, der
kann doch nicht allen Ernstes dabei zusehen, wie der Berg der
strahlenden Abfälle weiter wächst.
Die Laufzeiten der Atomkraftwerke müssen neu auf den Tisch. Angesichts
massiver Überkapazitäten in der deutschen Stromproduktion und Rekorden
bei den Stromexporten ist ein schnellerer Ausstieg problemlos möglich.“