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Berlin / Hamburg, 5. Januar 2011 – Anlässlich der Agrarministerkonferenz am 18. und 19. Januar fordert die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN ein schnelles Verbot der Kleingruppenhaltung von Legehennen. Denn herkömmliche Legebatterien sind zwar seit 2010 in Deutschland und seit Jahresbeginn in der gesamten EU verboten. Doch noch immer leiden Millionen Tiere in den euphemistisch als Kleingruppenhaltung bezeichneten Großkäfigen. Laut Bundesverfassungsgericht muss der Ausstieg aus dieser tierquälerischen Haltungsform bis zum 1. April 2012 geregelt sein. Eine von Landwirtschaftsministerin Aigner vorgeschlagene allzu lange Übergangsfrist bis 2035 hat der Bundesrat jedoch abgelehnt. VIER PFOTEN appelliert an die Agrarminister, auf der nächsten Konferenz eine Übergangsfrist bis maximal 2017 zu beschließen. Dieser Zeitraum sei ausreichend, um bestehende Anlagen umzurüsten.
„Ministerin Aigner kann jetzt nicht einfach auf Straußentaktik setzen. Es gibt eine gesetzliche Frist, bis zu der eine Einigung erzielt werden muss“, sagt Kampagnenleiterin Dr. Martina Stephany von VIER PFOTEN. Die Tierschützerin weist darauf hin, dass der Begriff „Kleingruppe“ reine Augenwischerei sei: „Kleingruppenhaltung ist Käfighaltung.“ Auch in den Kleingruppenkäfigen leben die Vögel so dicht gedrängt, dass sie nicht flattern oder scharren können. Jeder Henne werden 800cm2 Platz zugestanden. Das sind im Vergleich zu den alten Käfigen nur ca. zwei Bierdeckel mehr Platz pro Henne. In der Enge können die Tiere ihre grundlegenden Bedürfnisse nicht ausleben. Häufig werden die Hallen mit den Käfigen zudem im Dämmerlicht gehalten. „Die Hühner sehen niemals natürliches Sonnenlicht, damit sie ruhig bleiben und sich nicht gegenseitig zu Tode picken“, erklärt Stephany. Durch den Platz- und Beschäftigungsmangel leiden die Hühner an Stress, werden schnell aggressiv und entwickeln Verhaltensstörungen.