WideBlick - Potential-Entwicklungs-Magazin für junges Denken: Themen, die diskussionswürdig sind. Musik, die hörenswert ist. Filme, die sehenswert sind. Fakten, die wissenswert sind. (Musik, Aphorismen, Politik, Umwelt, Filme, Kunst, Pädagogik, Termine). Thematisch gibt es fast keine Begrenzungen. (Kein Mainstream!)
Um was genau geht es am 30. November?
Einige wenige Konzerne übernehmen durch Patente auf Pflanzen und Tiere zunehmend die Kontrolle über alle Stufen der Lebensmittelerzeugung. Damit können sie in Zukunft bestimmen, was angebaut wird, welche Lebensmittel in den Handel gelangen und wie viel sie kosten. Dabei sind Patente eigentlich gewerbliche Schutzrechte für eine Erfindung. Pflanzen, Tiere und einzelne Gene mit bestimmten Eigenschaften sind jedoch keine Erfindung. Sie und ihre Eigenschaften wurden nicht neu erschaffen, sondern zu einem bestimmten Zeitpunkt entdeckt.
Allein im Jahr 2010 wurden 350 Patente auf Pflanzen beantragt und 200 Patente vom europäischen Patentamt erteilt. Bei dem Großteil dieser Patente handelt es sich um gentechnisch manipulierte Pflanzen. Doch die Patentierung von Pflanzen aus konventioneller Züchtung nimmt stetig zu. Viele erstrecken sich über die gesamte Lebensmittelproduktion vom Saatgut bis zum verarbeiteten Lebensmittel. Die Firma Monsanto hat beispielsweise einen Patentantrag auf gentechnisch manipulierte Sojabohnen gestellt, der auch die Verfütterung des Sojas an Nutztiere bis hin zu Produkten wie Milch, Fleisch und Eiern von diesen Tieren beinhaltet. Überträgt ein Patentinhaber sein patentgeschütztes Gen in eine Pflanze oder ein Tier, erwirbt er zugleich die Rechte auf das gesamte Lebewesen mit allen nachfolgenden Generationen.
Mit dem Tomaten-Urteil wird entschieden, ob Grundnahrungsmittel patentiert werden dürfen und so das gesetzliche Verbot einer Patentierung von Pflanzensorten und Züchtungsverfahren weiterhin umgangen werden kann, indem bestimmte Eigenschaften als Erfindung und damit als patentierbar gelten.
Quelle/Weitere Infos: