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Berlin, den 7. März 2012
Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbände haben auf einer
Pressekonferenz in Berlin die Hintergründe und Zielrichtung der
geplanten bundesweiten Aktionen zum 1. Fukushima-Jahrestag am 11. März
erläutert. Allein in Deutschland wird es fünf Großdemonstrationen sowie
eine 75 km lange Lichterkette geben. Auch in vielen anderen Ländern
gehen Menschen auf die Straße.
Im Mittelpunkt der Proteste steht das Gedenken an den Beginn der
Reaktorkatastrophe in Fukushima am 11. März 2011 sowie eine scharfe
Kritik an der unglaubwürdigen Atom- und Energiepolitik der
Bundesregierung. Solange Atomreaktoren betrieben werden, wird
Radioaktivität in die Umgebung freigesetzt, sind Katastrophenszenarien
ähnlich denen von Fukushima möglich und der Atommüllberg wächst weiter.
„Der Jahrestag der Atomkatastrophe in Fukushima muss eine Mahnung sein,
die Energiewende voranzubringen und nicht auszubremsen. Während neun
Atommeiler weiterlaufen, versucht die Bundesregierung den Ausbau der
alternativen Energieversorgung abzuwürgen, indem die Solarförderung
zusammengestrichen wird. Gleichzeitig bleibt die Regierung untätig bei
der wichtigen Reduktion des Stromverbrauches und versucht die
europäische Energieeffizienzrichtlinie zu verwässern“, so Thorben Becker
Energie-Experte vom BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland).
„Das AKW Gundremmingen soll trotz kritischer Parallelen zu Fukushima
noch bis 2021 laufen. Das ist eine Laufzeitverlängerung von insgesamt
sieben Jahren für die beiden Reaktoren im Vergleich zum ersten
Ausstiegsbeschluss von 2002. Das AKW Neckarwestheim soll bis 2022
laufen, obwohl es auf geologisch instabilem Grund in einem
erdbebengefährdeten Gebiet steht. Auch jedes andere AKW hat seine
besonderen Risiken“, so Uta Wittich vom Bündnis Atomausstieg jetzt!
Ulm/Neu-Ulm.
„Falsche Versprechungen sind die Bürgerinnen und Bürger beim Thema
Atomkraft ja bereits gewöhnt. Die angeblich wissenschaftlich begründete
Auswahl Gorlebens als potentielles Endlager erweist sich als politisch
motiviert und die Rückholung des Mülls aus der Asse wird als Lösung
verbreitet aber nicht umgesetzt“, erklärte Peter Dickel von der AG
Schacht Konrad.
„Durch den Ausbau und Weiterbetrieb der bundesweit einzigen
Urananreicherungsanlage in Gronau sowie die Hermes-Exportbürgschaften
wird deutlich, dass die Bundesregierung es mit dem Atomausstieg nicht
Ernst meint. Wer aus der Atomenergie aussteigen will, darf nicht aus
Gronau den Uranbrennstoff für jedes zehnte AKW in alle Welt liefern und
aktiv den Neubau von AKW weltweit absichern“, erklärte Matthias Eickhoff
vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
Wir wollen einen schnellen Ausbau Erneuerbarer Energien in der Fläche:
Dezentral, demokratisch und sozial. Diesem Ziel steht die Atomenergie
entgegen. Es gibt keine friedliche Nutzung von Atomkraft. Der
Weiterbetrieb der noch am Netz befindlichen Reaktoren und Atomanlagen
ist nicht vertretbar.
Deshalb fordern wir: Atomausstieg und dezentrale Energiewende jetzt!
PRESSEMITTEILUNG
des Trägerkreises der Proteste zum 1. Fukushima-Jahrestag am 11. März