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Bonn / Hamburg, 24. Juli 2012 – Seit 10 Jahren ist Tierschutz als Staatsziel im deutschen Grundgesetz verankert. Heute veranstaltet das Landwirtschaftsministerium in Bonn ein Symposium und zieht Bilanz: Was hat sich in den letzten zehn Jahren wirklich für die Tiere verändert? Nicht viel, kritisiert die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN. Besonders im Bereich der Nutztierhaltung und in der Unterhaltungsindustrie werden noch immer Millionen Tiere unnötig gequält. Dabei liefert der Bundesrat immer wieder positive Vorschläge, um den Schutz der Tiere zu stärken. Aktuell fordern die Bundesländer z.B. ein generelles Verbot von Pelztierfarmen in Deutschland und ein Verbot einiger Wildtierarten im Zirkus. VIER PFOTEN appelliert an Landwirtschaftsministerin Aigner, die Vorschläge des Bundesrats ernst zu nehmen und den Tierschutz in Deutschland endlich aktiv zu unterstützen.
„Das BMELV tut sich bislang sehr schwer damit, den Tierschutz in der Praxis umzusetzen. Noch immer stehen die Interessen der Wirtschaft, besonders der Landwirtschaft, vor dem Schutz der Tiere“, kritisiert Kampagnenleiterin Dr. Martina Stephany von VIER PFOTEN. Ferkel werden noch bis 2017 ohne Betäubung kastriert, Hühner in enge Kleingruppenkäfigen gepfercht, Puten für die Turbomast qualgezüchtet und Schweine in Kastenständen gehalten. „Die in diesem Jahr vorgestellte Novelle des Tierschutzgesetzes geht nur Mini-Schritte in Richtung mehr Tierschutz – hier hat das BMELV eine große Chance vertan“, so Dr. Stephany.
Weitere Informationen auf www.vier-pfoten.de.
VIER PFOTEN ist eine international tätige Tierschutzorganisation mit Hauptsitz in Wien. Seit 1988 setzt sich die Organisation mit gezielter Projektarbeit und langfristig angelegten Kampagnen für den Tierschutz ein. Grundlagen dafür sind fundierte Recherchen einschließlich wissenschaftlicher Expertise sowie intensives nationales und internationales Lobbying auf politischer und gesetzlicher Ebene. Nationale und internationale Hilfsprojekte sorgen für rasche und direkte Hilfe für Tiere in Not.