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WideBlick - Potential-Entwicklungs-Magazin für junges Denken: Themen, die diskussionswürdig sind. Musik, die hörenswert ist. Filme, die sehenswert sind. Fakten, die wissenswert sind. (Musik, Aphorismen, Politik, Umwelt, Filme, Kunst, Pädagogik, Termine). Thematisch gibt es fast keine Begrenzungen. (Kein Mainstream!)

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Tobias Kaspar – Bodies in the Backdrop

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18. Februar bis 1. April 2012
Eroeffnung: Freitag, 17. Februar, 18 – 20 Uhr
Ort: Halle fuer Kunst, Reichenbachstraße 2, 21335 Lueneburg

Ein Junge und ein Maedchen, in sommerlicher Kleidung im Palazzo Venier di Leoni in Venedig, sind die Hauptakteure einer Serie von Fotografien, die in der Ausstellung „Bodies in the Backdrop“ gezeigt werden. Neben den beiden Adoleszenten bilden die Fotografien Details der Raeume und andere Besucher/innen ab, festgehalten zwischen bruchstueckhaft abgelichteten Kunstwerken und Interieuransichten der Sammlung von Peggy Guggenheim. Die Passepartous sind versehen mit Exzerpten aus „Confessions of an Art Addict“ (1946), den Memoiren der Galeristin, Sammlerin und Maezenin Peggy Guggenheim. Die Zitate, die keinerlei Daten, Namen oder Orte benennen, werden durch ihre Dekontextualisierung zu kontingenten Satzfragmenten, wobei die erstaunlich zeitgenoessisch anmutende Alltagssprache muehelos die Abstaende zwischen den Dekaden nivelliert.

Die gerahmten Fotografien kontrastieren mit einem zweiten und gleichberechtigten Ausstellungsteil, der sich wie die Satzfragmente renitent zu den Fotografien verhaelt und zugleich im Dialog mit diesen ein Spektrum an Narrativen und Anspielungen eroeffnet: Eine Art exzentrisches und zugleich minimalistisches Display, das sich aus Plexiglaskonstruktionen, einem rotem Teppich und einer temporaeren Ausstellungswand zusammensetzt.

Der Ausstellungstitel „Bodies in the Backdrop“ ist einem gleichnamigen Text von Elisabeth Lebovici ueber den „agent d’art“ Ghislain Mollet-Viéville entlehnt, einem franzoesischen Sammler, mit dessen Lebensstil, Selbstdarstellung und Vermarktungspraxis seiner Sammlung aus Minimal Art und konzeptueller Kunst sich Tobias Kaspar ueber laengere Zeit befasst hat. Wie in seiner Auseinandersetzung in frueheren Projekten, hat die Referenz auf eine Person im „body of work“ in der Halle fuer Kunst keinen Biografismus und keine Hagiografie zur Absicht. Die Referenz wird als abstraktes Modell verwendet, als Material, um soziale, affektive und oekonomische Spannungsverhaeltnisse zwischen Sammler/innen und anderen Akteuren im Kunstfeld zu thematisieren.

Ein Interesse an Formen des Begehrens, Oekonomien der Sichtbarkeit, Repraesentations- und Vermarktungspraxen wird verbunden mit Ueberlegungen zur Opposition von Autonomie, nicht zuletzt gesichert ueber die Bewertung durch Peers, und Heteronomie, wie beispielsweise Marktdominanz und Popularitaet. Mit diesem Interesse an Beziehungsnetzen im Kunstfeld fokussiert Kaspar indessen weniger auf die institutionellen Rahmenbedingungen, sondern richtet den zwischen Intimitaet und kuehler Distanziertheit gehaltenen Blick auf die Akteure selber.

Die Ausstellung „Bodies in the Backdrop“ ist die erste institutionelle Einzelausstellung von Tobias Kaspar (*1984). Der Kuenstler hat u.a. ausgestellt im Kunsthaus Bregenz, in der Kunsthalle Basel, bei Air de Paris (kuratiert von castillo/coralles), Marcelle Alix, Paris, Alex Zachary, New York (alle 2011), Silberkuppe, Berlin (2010) und im Golden Pudel Club, Hamburg (2008). Tobias Kaspar war 2011 Absolvent an der HFBK, Hochschule fuer bildende Kuenste in Hamburg.



Veranstaltungen
Kunst & Kuchen
Sonntag, 19. Februar und Sonntag, 25. Maerz, 15 Uhr
Filmvorfuehrung, „Pollock“ (2000), Regie: Ed Harris 
Donnerstag, 1. Maerz, 19 Uhr
Fuehrung durch die Ausstellung 
Donnerstag, 8. Maerz, 19 Uhr
Vortraege von Adam Kleinman und N.N.
Donnerstag, 15. Maerz, 19 Uhr
Filmvorfuehrung „Metropolitan“ (1990) Regie: Whit Stillman
Donnerstag, 22. Maerz, 19 Uhr
Kuenstlergespraech mit Tobias Kaspar
Sonntag, 1. April, 16 Uhr

Bei Interesse an unserem Vermittlungsprogramm fuer Kinder und Jugendliche bitten wir Sie uns ueber vermittlung@halle-fuer-kunst.de zu kontaktieren.
Oeffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag 14-18 Uhr und nach Vereinbarung
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