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Veröffentlicht am 02.02.2013
http://wo-tv.eu/medien.html "Flirte ich oder belästige ich schon?" - Oliver Welke und Birte Schneider über Journalismus, Hotelbars und Sexismus
Um was geht es eigentlich:
Brüderle hatte wie üblich sein Pressefrühstück abgehalten, zu dem er in Sitzungswochen des Bundestags Journalisten einlädt. An diesem nahm auch Himmelreich teil, mit dabei war auch ihr "Stern"-Kollege Axel Vornbäumen. Es war die erste Begegnung nach Erscheinen ihres Artikels über den FDP-Fraktionschef.
Himmelreich hatte ein Porträt über Brüderle geschrieben und ihm darin Sexismus vorgeworfen. Konkret ging es um ihre Begegnung mit dem Politiker am 5. Januar 2012, dem Vorabend des traditionellen Dreikönigstreffens der FDP in Stuttgart. Brüderle habe dabei unter anderem zur ihr gesagt: "Sie können ein Dirndl auch ausfüllen." Der Text war in der vergangenen Woche kurz nach der Kür des FDP-Politikers zum Spitzenkandidaten seiner Partei für die Bundestagswahl erschienen - und hatte eine heftige Debatte ausgelöst.
Brüderle gab seine Ablehnung auch nicht auf, als ein Journalist auf Himmelreichs Anwesenheit hinwies und fragte, ob er sich bei ihr privat entschuldigen wolle. "Ich werde weiterhin keinen Kommentar abgeben", entgegnete der Liberale.
Rainer Brüderle (* 22. Juni 1945 in Berlin) ist ein deutscher Politiker der FDP.
Brüderle war von 1987 bis 1998 Wirtschaftsminister des Landes Rheinland-Pfalz, von 1998 bis 2009 stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion sowie von 1995 bis 2011 stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP. Vom 28. Oktober 2009 bis zum 12. Mai 2011 war er Bundesminister für Wirtschaft und Technologie im Kabinett Merkel II. Von 1983 bis 2011 war er zudem FDP-Landesvorsitzender in Rheinland-Pfalz. Am 10. Mai 2011 wurde Brüderle zum neuen Vorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion gewählt.
Rainer Brüderle Spitzname "Popo-Grabscher"
Weitere Journalistinnen berichten von unangenehmen Begegnungen mit Rainer Brüderle. In der Medienwelt hat er offenbar einen Ruf.
Rainer Brüderle beteiligt sich nicht an der Diskussion um seine Person. Während er zu den Vorwürfen, die Stern-Autorin Laura Himmelreich gegen ihn erhoben hat, schweigt, melden sich weitere Journalistinnen zu Wort, die unangenehme Erfahrungen mit dem FDP-Spitzenmann gemacht haben. Das berichtet Der Westen.
Im NDR-Magazin Panorama 3 erzählen sie, dass der FDP-Mann seit Jahren für anzügliche Bemerkungen und Annäherungsversuche bekannt sei. "Popo-Grabscher" hätten einige Frauen Brüderle getauft.
Begegnungen mit Rainer Brüderle
Gesine Enwaldt war von 1998 bis 2000 Korrespondentin im ARD-Hauptstadtstudio. Sie berichtet über eine Begegnung mit Rainer Brüderle. Ihr Gespräch mit ihm "driftete relativ schnell ab in eine eher schlüpfrige, unangenehme Ebene, wo es von seiner Seite aus nur noch um Anmache ging", berichtet sie. Sie habe die Situation als "extrem unangenehm empfunden" und deshalb "einfach verdrängt".
Hanni Hüsch, Berlin-Korrespondentin für die ARD von 1998 bis 2005, erzählt, dass genau so etwas "immer mal wieder Thema zwischen uns Kolleginnen in Berlin gewesen" sei. Rainer Brüderle habe "durchaus bei uns den Ruf, dass es als Frau nicht zwanghaft schicklich ist, mit dem in einem Zimmer allein zu sein ... und dass er schon ganz gerne mal verbal übergriffig sein konnte".
Patricia Schlesinger, Panorama-Reporterin in der Hauptstadt von 1990 bis 1995, nennt keine Namen. Sie erzählt aber ebenfalls von einschlägigen Erfahrungen "mit einem Politiker aus der FDP, vor vielen, vielen Jahren". Das Kamerateam habe schon zusammengepackt, da spürt sie "eine Hand auf dem Knie" und hört den Satz: "Wir sollten unbedingt mal einen Wein trinken gehen - am besten noch heute."
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