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25.10.12 19:30 Uhr
"Ehrfurcht vor dem Leben" Vortragsreihe in der Rogate-Kirche, Naturschutzgebiet Höltigbaum – Hinrichtungsstätte der Wehrmacht mit Dr. Detlef Grabe und Pastor Ulrich Hentschel
Naturschutzgebiet Höltigbaum – Hinrichtungsstätte der Wehrmacht
Donnerstag, 25. Oktober 2012, 19.30 Uhr Rogate-Gemeindezentrum,Wildschwanbrook 5
Direkt vor unserer Haustür liegt Höltigbaum: Naturschutzgebiet seit 1998, bevölkert von Spaziergängern, Joggern, Nordic Walkern. Lange nicht in der öffentlichen Wahrnehmung: An diesem Ort wurden während des Zweiten Weltkrieges fahnenflüchtige Soldaten der Wehrmacht hingerichtet.
Die Geschichte der Wehrmachtjustiz in Hamburg und ihrer Opfer ist bis heute in der Öffentlichkeit nur wenig bekannt. Dabei waren im Zweiten Weltkrieg in Hamburg allein bis zu 15 Kriegsgerichte tätig, darunter das Gericht der Wehrmachtkommandantur Hamburg und das Gericht des Admirals der Kriegsmarinedienststelle. Aufgrund von Todesurteilen, die zumeist wegen Desertion und „Zersetzung der Wehrkraft“ ergingen, wurden über 300 Soldaten hingerichtet. Die meisten von ihnen wurden in unmittelbarer Nachbarschaft von Meiendorf auf dem Truppenübungsplatz Höltigbaum erschossen.
Warum sich an etwas, was so lange zurückliegt, erinnern? Waren diese Menschen Helden oder nicht? Was bedeuten Respekt für die Hingerichteten und Erinnerung an das Unrecht der NS-Militärjustiz für uns heute?
Dr. Detlef Garbe (Direktor der KZ-Gedenkstätte Neuengamme) wird aus Sicht des Historikers über den Schießplatz Höltigbaum und über die Hinrichtungen von Deserteuren und anderen kriegsgerichtlich abgeurteilten Soldaten in Hamburg- Rahlstedt 1940 bis 1945 informieren.
Pastor Ulrich Hentschel (Studienleiter Erinnerungskultur der Akademie der Nordkirche) wird aus Sicht des Theologen über den Sinn von Erinnerung und die Bemühungen, in Hamburg einen Gedenk- und Erinnerungsort für Wehrmachtsdeserteure zu errichten, sprechen.