Donnerstag, 10. November 2011
19:00 Uhr: Apéro
19:30 Uhr: Vortragsbeginn
Ort: Halle fuer Kunst, Reichenbachstr. 2, 21335 Lueneburg
Eintritt frei; der Vortrag wird in deutscher Sprache gehalten
Die Inexistenz Gottes ist Bedingung der Moeglichkeit des Subjekts. Weil es sich um ein Subjekt ohne Gott handelt, handelt es sich um ein Subjekt ohne Substanz und ohne Wesen, um ein 'Subjekt ohne Subjektivitaet'. Subjektivitaet ist der philosophische Name fuer die Existenz eines Programms, einer essentia oder natura, eines transparenten Ursprungs und eines finalen Sinns. Der Tod Gottes durchloechert die Vorstellung von einem absoluten Programmierer. Er durchloechert die Vorstellung von der Existenz eines ontologischen Programms. Es gibt kein Programm. Da gibt es niemanden, der einen Plan hat, da ist niemand, der weiß. Niemand verbuergt den Sinn des Subjekts und seiner Realitaet oder, in Abwandlung Sartres formuliert, jeder hat nichts als seinen eigenen Plan und die Zweifel an seiner Richtigkeit. Das aber heißt, es gibt so etwas wie ein Subjekt nur als Subjekt der Wueste, wobei Wueste hier ein Synonym fuer Freiheit ist.
Marcus Steinweg (*1971) lebt als freier Philosoph und Autor in Berlin. Er studierte Philosophie, Germanistik und Altphilologie. Zurzeit unterrichtet er an der Hochschule fuer Bildende Kuenste Braunschweig und organisierte unlaengst die Ausstellung und Vortragsreihe »Kunst und Philosophie« im NBK, Berlin. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift »Inaesthetics«, die sich mit der Beziehung zwischen Kunst und Philosophie auseinandersetzt. Publikationen (Auswahl): »MAPS« (zusammen mit Thomas Hirschhorn, Berlin: Merve, 2011), »Aporien der Liebe« (Berlin: Merve, 2010), »Politik des Subjekts« (Zuerich: diaphanes, 2009), »Der Ozeanomat: Ereignis und Immanenz« (Koeln: Salon, 2002), »Krieg der différance« (Koblenz: Dietmar Foelbach, 2001).
»Beau travail«
Vortragsreihe zum Thema Arbeit
Oktober bis Dezember 2011
Fuer die Reihe wurden sechs Referent/innen eingeladen ueber den Begriff der Arbeit im Kunstfeld zu sprechen. Obzwar im aktuellen Diskurs zur zeitgenoessischen Kunst virulent, konzentrieren sich die Beitraege inhaltlich nicht primaer auf Diskurse ueber immaterielle Arbeit und Prekaritaet, die allerdings im Rahmen der Vortragsreihe als nicht zu ignorierender Hintergrund zu bedenken sind. In der Reihe zeigt sich vor allem ein Interesse an Beobachtungen und Debatten zu gegenwaertigen Arbeitsweisen in der Kunst. Es werden Fragen gestellt, was der Begriff der Arbeit in der zeitgenoessischen Kunst bedeutet, der sich nicht nur in Objekten manifestiert, sondern auch in Handlungen und Haltungen. Wie setzen sich Kuenstler/innen aber auch andere Akteure gegenwaertig mit Arbeit auseinander? Und wie setzen sie dies um? Was sind in einer Aera der Gesten, der Appropriationen, der Reproduktionen und des Referenzialismus zeitgenoessische Produktionsweisen? Was ist die Arbeit in der Kunst?
Mit Beitraegen von Roberto Ohrt (Donnerstag, 20.10.), Ilya Lipkin (Freitag, 28.10.), Marcus Steinweg (Donnerstag, 10.11.), Adam Szymczyk (Donnerstag, 24.11.), Kerstin Stakemeier (Freitag, 02.12.), Pierre Bal-Blanc (Donnerstag, 08.12.).
Großzuegig gefoerdert durch das Land Niedersachsen, die Sparkasse Lueneburg, den Lueneburgischen Landschaftsverband, die Hansestadt Lueneburg und die Lueneburger Buergerstiftung