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WideBlick - Potential-Entwicklungs-Magazin für junges Denken: Themen, die diskussionswürdig sind. Musik, die hörenswert ist. Filme, die sehenswert sind. Fakten, die wissenswert sind. (Musik, Aphorismen, Politik, Umwelt, Filme, Kunst, Pädagogik, Termine). Thematisch gibt es fast keine Begrenzungen. (Kein Mainstream!)

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AMNESTY ZIEHT GEMISCHTE BILANZ ZUR TODESSTRAFE: TROTZ RÜCKSCHRITTEN HÄLT TREND ZUR ABSCHAFFUNG AN

amnesty international
AUCH 2012 RICHTETE CHINA TAUSENDE HIN / NACH CHINA VOLLSTRECKTEN IRAN, IRAK
UND SAUDI-ARABIEN DIE MEISTEN TODESURTEILE / LETTLAND UND US-BUNDESSTAAT
CONNECTICUT SCHAFFEN TODESSTRAFE AB

BERLIN, 10. April 2013 – Rückschläge ja, aber kein Negativ-Trend bei der
Todesstrafe. 2012 haben einige Länder erstmals seit Jahren wieder Menschen
hingerichtet, doch weiter wendet nur eine kleine Minderheit von Staaten die
Todesstrafe an. China ausgenommen wurden im vergangenen Jahr mindestens 682
Menschen (2011: 680) in 21 Ländern (2011: 21) hingerichtet und mindestens
1.722 Menschen (2012: 1.923) in 58 Ländern (2011: 63) zum Tode verurteilt.

„Die Wiederaufnahme von Hinrichtungen in Botsuana, Gambia, Indien, Japan
und Pakistan sind sehr bedauerliche Rückschläge. Doch insgesamt gilt: Der
Trend zur Abschaffung Todesstrafe ist ungebrochen“, so Oliver Hendrich,
Experte zur Todesstrafe von Amnesty International in Deutschland. „Lettland
hat als weiteres Land die Todesstrafe komplett aufgegeben. Die Zahl der
Hinrichtungen hat sich kaum verändert, die Zahl der Henkerstaaten ist nicht
gestiegen und erfreulicherweise gab es wieder weniger Todesurteile“, so
Hendrich. „Wichtig waren auch viele kleine Schritte verschiedener Staaten
auf dem Weg zu einer Welt ohne Todesstrafe.“

Amnesty geht davon aus, dass in China auch 2012 Tausende Menschen – und
somit mehr als im Rest der Welt zusammen – hingerichtet wurden. Außerhalb
Chinas sind drei Staaten für 75 Prozent der bekanntgewordenen Hinrichtungen
verantwortlich: Iran (mind. 314), Irak (mind. 129) und Saudi-Arabien (mind.
79), gefolgt von den USA (43) und Jemen (mind. 28). Amnesty schätzt
allerdings, dass es in Iran etliche offiziell nicht bestätigte Exekutionen
gab. Zahlen zu China veröffentlicht Amnesty seit 2009 nicht mehr, da China
Angaben zur Todesstrafe geheim hält.
Fortschritte gab es dennoch in allen Regionen der Welt: In den USA schaffte
Connecticut als 17. Bundesstaat die Todesstrafe ab, in Singapur blieben
Hinrichtungen weiterhin ausgesetzt, in Vietnam wurde niemand hingerichtet
und Ghana plant, die Todesstrafe in der neuen Verfassung abzuschaffen.
Weltweit haben inzwischen 140 Staaten die Todesstrafe im Gesetz oder in der
Praxis abgeschafft.

Besonders kritisch beurteilt Amnesty, dass in Staaten wie Afghanistan und
Belarus Menschen aufgrund erzwungener „Geständnisse“ zum Tode verurteilt
wurden. In Irak und Iran wurde solche „Geständnisse“ vor dem Prozess im
Fernsehen ausgestrahlt. „Verbrechen gegen den Staat“ bestraften Gerichte
u.a. in Gambia, Nordkorea und den Palästinensischen Gebieten mit dem Tode.
In einigen Ländern werden auch Ehebruch und Homosexualität (Iran),
Gottesslästerung (Pakistan), schwerer Raub (Kenia), religiöse Vergehen
(Iran), Wirtschaftsdelikte (China) und Drogendelikte mit dem Tode bestraft.

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