WideBlick - Potential-Entwicklungs-Magazin für junges Denken: Themen, die diskussionswürdig sind. Musik, die hörenswert ist. Filme, die sehenswert sind. Fakten, die wissenswert sind. (Musik, Aphorismen, Politik, Umwelt, Filme, Kunst, Pädagogik, Termine). Thematisch gibt es fast keine Begrenzungen. (Kein Mainstream!)
Do., 24. Mai 2012, 19.00 Uhr
Universität Hamburg, Asien-Afrika-Institut,
Edmund-Siemers-Allee 1, Ostflügel Raum 221
Durch weitgehend gewaltfreie Massenproteste wurde im Februar 2011 der ägyptische Präsident Husni Mubarak entmachtet. Die Regierungsgeschäfte übernahm der Oberste Militärrat. Trotz der Ende 2011 durchgeführten Wahlen hält das Militär weiter die Macht in den Händen und geht nicht auf die Forderung ein, diese einem zivilen Gremium zu übergeben. Das soll erst nach der Präsidentschaftswahl geschehen, die am 23. und 24. Mai stattfinden soll.
Die Zweifel der Demokratiebewegung, ob es wirklich einen demokratischen Wandel geben wird, sind groß. Wichtige politische Ämter sind durch Angehörige der alten Regierung besetzt. Das Militär ging wiederholt gewaltsam gegen DemonstrantInnen vor. Tausende wurden verhaftet. Es ist noch völlig offen, wie das neue Ägypten aussehen wird.
Um eine Einschätzung darüber zu erhalten, haben wir die beiden Brüder Maikel und Mark Sanad für eine Veranstaltungsreihe nach Deutschland eingeladen. Sie werden mit ihren kritischen Positionen zum Militär, den Aktivitäten in der Demokratiebewegung und ihrer Arbeit zu Kriegsdienstverweigerung und Menschenrechten ein differenziertes Bild über die Lage in Ägypten liefern.
Maikel Nabil Sanad berichtete als Kriegsdienstverweigerer Anfang 2011 auf seinem Blog ausführlich über vom Militär verübte Menschenrechtsverletzungen. Er wurde daraufhin zu zwei Jahren Haft verurteilt. Nach einer großen internationalen Kampagne wurde er Anfang 2012 vorzeitig begnadigt.
Maikels Bruder Mark Sanad war in einer Solidaritätsgruppe für Maikel in Kairo aktiv, die beharrlich für die Freilassung eintrat.
Die Veranstaltung in Hamburg wird durchgeführt von: Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Hamburg, Amnesty International Hamburg, Hamburger Forum für Völkerverständigung und weltweite Abrüstung, Studierende des Fachbereichs Vorderer Orient in Kooperation mit dem Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg.
Eine Veranstaltungsreihe mit Stationen in Köln, Bremen, Berlin, Hamburg, Leipzig, Lahnstein, Mainz, Landshut, Ravensburg und Münster, Mai 2012. Nähere Informationen unter 069-82375534 oder www.Connection-eV.de/article-1591.
Träger der Veranstaltungsreihe sind: Connection e.V., Amnesty International, Bund für Soziale Verteidigung und DFG-VK Bildungswerk Hessen
Wir danken für die Förderung durch den Evangelischen Entwicklungsdienst und den Katholischen Fonds.